Regeln

Die Regeln, in zehn Minuten verstanden.

Erst die Grundlagen — alles, was du zum Spielen brauchst. Danach die Fragen, über die auf dem Platz gestritten wird. Stand: FIP-Regelwerk vom 1. Januar 2026.

Der Platz

Ein Drittel kleiner als Tennis — und rundum geschlossen.

Zwanzig mal zehn Meter, umgeben von Glas und Gitter. Die Aufschlagfelder liegen drei Meter vor den Rückwänden.

10 m20 mNetz88 cmRückwand · GlasRückwand · GlasAufschlagfeldAufschlagfeld
Grundlagen

Alles, was du zum Spielen brauchst.

Wer diese sieben Punkte kennt, kann auf den Platz. Der Rest sind Feinheiten — die stehen weiter unten.

01

Der Platz

20 mal 10 Meter, rundum geschlossen.

  • Zwanzig Meter lang, zehn Meter breit — deutlich kleiner als ein Tennisplatz.
  • Umgeben von Glaswänden und Maschendraht. Beides gehört zum Spiel, verhält sich aber unterschiedlich.
  • Das Netz ist in der Mitte 88 Zentimeter hoch und steigt zu den Pfosten auf 92 Zentimeter.
  • Gespielt wird fast immer im Doppel, also zu viert.
02

Schläger und Ball

Ein Brett mit Löchern, an der Hand gesichert.

  • Der Schläger ist eine gelochte Vollfläche ohne Saiten, höchstens 45,5 Zentimeter lang.
  • Die Handschlaufe ist Pflicht und muss während des Spiels am Handgelenk sitzen.
  • Verlierst du den Schläger oder reißt die Schlaufe, ist der Punkt sofort verloren — seit 2026 ausdrücklich geregelt.
  • Der Ball ähnelt einem Tennisball, hat aber etwas weniger Druck.
03

Der Aufschlag

Immer von unten, immer diagonal.

  • Der Ball muss vor dem Schlag einmal auf dem Boden aufspringen.
  • Getroffen wird höchstens auf Hüfthöhe — ein Aufschlag von oben wie im Tennis ist nicht erlaubt.
  • Mindestens ein Fuß steht hinter der Aufschlaglinie. Seit 2026 reicht einer; vorher mussten es beide sein.
  • Der Ball darf vor dem Schlag die Mittellinie nicht überqueren. Diese Regel ist 2026 neu hinzugekommen.
  • Gespielt wird diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld. Zwei Versuche, beide daneben bedeutet Punktverlust.
04

Die Annahme

Nur der Rückschlag muss aufspringen.

  • Anders als im Tennis darf der Aufschlag nicht direkt aus der Luft genommen werden.
  • Erst nach dem Aufspringen darf zurückgespielt werden.
  • Danach sind Volleys uneingeschränkt erlaubt — das ist der häufigste Irrtum bei Anfängern.
05

Das Wandspiel

Boden zuerst — aber nur, wenn die Wand ins Spiel kommt.

  • Soll der Ball von deiner Wand kommen, muss er vorher den Boden berührt haben. Danach darf er beliebig gegen deine Wände springen.
  • Du darfst den Ball absichtlich gegen deine eigene Wand spielen, damit er von dort über das Netz fliegt.
  • Was nicht erlaubt ist: den Ball direkt gegen eine gegnerische Wand zu spielen, ohne dass er vorher auf deren Boden aufkommt.
  • Vom Glas springt der Ball berechenbar ab, vom Gitter unregelmäßig — dieser Unterschied entscheidet viele Ballwechsel.
06

Wann der Punkt verloren ist

Fünf Situationen, mehr nicht.

  • Der Ball springt auf der eigenen Seite zweimal auf.
  • Der Ball wird ins Netz oder aus dem Platz gespielt.
  • Der Ball trifft direkt eine gegnerische Wand oder das gegnerische Gitter, ohne vorher auf deren Boden aufzukommen.
  • Der Ball berührt einen Spieler oder dessen Kleidung.
  • Ein Spieler berührt das Netz, einen Netzpfosten oder die gegnerische Seite, während der Ball im Spiel ist.
07

Die Zählweise

Wie im Tennis — mit inzwischen drei Varianten beim Einstand.

  • Gezählt wird 15, 30, 40, Spiel.
  • Ein Satz geht bis sechs gewonnene Spiele, mit zwei Spielen Vorsprung. Bei 6:6 entscheidet ein Tiebreak.
  • Bei 40:40 legt das Turnier fest, wie es weitergeht: Vorteil, Punto de Oro (ein einziger Punkt entscheidet) oder — seit 2026 — der Star Point.
  • Beim Star Point wird zweimal regulär Vorteil gespielt; erst beim dritten Einstand entscheidet ein einziger Punkt.
  • Bei Punto de Oro und Star Point wählt das annehmende Paar die Seite, ohne die Positionen zu tauschen.
  • Welche Variante gilt, muss vor dem Match feststehen.
Aufschlagmuss hier aufkommen
Der Aufschlag im Bild

Von hinten rechts ins Feld gegenüber.

Der Ball springt vor dem Schlag einmal auf, wird auf Hüfthöhe getroffen und muss im markierten Feld aufkommen. Berührt er danach die Seitenwand, zählt der Aufschlag trotzdem.

Wandspiel

Boden zuerst, dann die Wand.

1. Boden2. Wand

Erlaubt

Der Ball kommt auf dem Boden auf und darf danach beliebig gegen deine Wände springen. Er bleibt spielbar.

direkt an die Wandkein Bodenkontakt

Punktverlust

Dein Schlag trifft die gegnerische Wand direkt, ohne vorher auf deren Boden aufzukommen.

Tieferer Blick ins Regelwerk

Die Fragen, die erst auf dem Platz auftauchen.

Sieben Situationen, über die auf jeder Anlage gestritten wird — beantwortet nach dem FIP-Regelwerk in der Fassung vom 1. Januar 2026, das auch der Deutsche Padel Verband anwendet.

A

Der Ball drückt das Netz gegen einen Spieler. Was gilt?

Der Punkt ist verloren — für den, der das Netz berührt hat. Berührung ist Berührung, unabhängig davon, wer sie ausgelöst hat: Ob du ans Netz läufst oder der Ball es gegen dich drückt, macht keinen Unterschied.

Entscheidend ist allein, ob der Ball noch im Spiel war. Dieselbe Regel deckt Netzpfosten und die gegnerische Seite ab, und sie gilt für den Spieler, den Schläger und alles, was er trägt. Auch über das Netz zu greifen, um den Ball zu spielen, bevor er auf der eigenen Seite ist, kostet den Punkt.

B

Der Aufschlag trifft die Kante zwischen Glas und Gitter.

Es kommt darauf an, was der Ball zuerst berührt. Glas nach korrektem Aufsprung: gültig. Gitter: Fehler — auch dann, wenn er vorher richtig im Feld aufgekommen ist.

Genau deshalb ist der Übergang zwischen Glaswand und Maschendraht die strittigste Stelle des Platzes. Ohne Schiedsrichter lässt sich das aus der Entfernung selten sicher entscheiden; üblich und fair ist dann, den Aufschlag zu wiederholen. Im weiteren Ballwechsel spielt der Unterschied keine Rolle mehr — dort sind Glas und Gitter gleichermaßen bespielbar.

C

Darf man so hoch aufschlagen, dass der Ball beim Gegner aus dem Platz fliegt?

Ja — vorausgesetzt, er springt zuerst im richtigen Aufschlagfeld auf. Danach darf er den Platz verlassen, und das annehmende Paar darf ihn draußen weiterspielen.

Zwei Einschränkungen. Erstens braucht die Anlage seitlich genug Auslauf; wo der fehlt, wird ein Aufschlag, der den Platz verlässt, als Fehler gewertet. Zweitens ist es taktisch fast immer ein Eigentor: Der Gegner bekommt einen hohen, langsamen Ball und damit die Initiative. Springt der Aufschlag gar nicht erst im Feld auf, ist es ohnehin ein Fehler.

D

Der Ball fliegt aus dem Platz. Ist der Punkt vorbei?

Nicht unbedingt. Ist der Ball vorher auf deiner Seite aufgesprungen, darfst du durch die Tür hinausgehen und ihn von draußen zurückspielen.

Der Rückweg ist frei: über das Netz, um den Netzpfosten herum, durch eine Türöffnung oder über das Gitter — seit 2026 ausdrücklich alle Wege. Der Ball darf draußen nicht zweimal aufspringen, und über die Wände klettern ist verboten. Fliegt der Ball dagegen direkt vom gegnerischen Schläger hinaus, ohne auf deiner Seite aufzuspringen, gehört der Punkt dir.

E

Der Ball trifft einen Spieler.

Der getroffene Spieler verliert den Punkt — auch dann, wenn der Ball vorher aufgesprungen war und auch dann, wenn es unabsichtlich passiert.

Das gilt für den Körper, die Kleidung und alles, was er bei sich trägt. Den Ball absichtlich mit dem Körper zu blocken oder umzulenken ist damit ausgeschlossen.

F

Der Aufschlag streift das Netz.

Landet er danach im richtigen Feld, wird er wiederholt. Landet er daneben, ist es ein Fehler.

Die Wiederholung kostet keinen Versuch, und es gibt keine Obergrenze. Passiert es beim ersten Aufschlag, hast du weiterhin zwei Versuche; beim zweiten wird nur der zweite wiederholt. Wichtig: Im laufenden Ballwechsel ist ein Netzroller kein Grund zur Wiederholung — dort wird einfach weitergespielt.

G

Ein Ball vom Nachbarcourt rollt ins Feld.

Der ganze Punkt wird wiederholt, beginnend beim ersten Aufschlag.

Dasselbe gilt für jede Störung von außen. Rufe sofort, wenn du einen fremden Ball siehst — nicht erst, wenn er den Schlag behindert hat.

Ohne Schiedsrichter entscheidet auf dem Platz die Verständigung der vier Beteiligten. Wo sich eine Berührung nicht sicher feststellen lässt, ist die Wiederholung des Punktes die übliche und faire Lösung.

Wenn du vom Tennis kommst

Vier Gewohnheiten, die du ablegen musst.

Tennis: Aufschlag von oben, mit Tempo

Im Padel von unten, maximal auf Hüfthöhe. Der Aufschlag ist kein Angriffsschlag, sondern die Eröffnung.

Tennis: Der Ball ist tot, sobald er hinten aufkommt

Im Padel fängt es da oft erst an. Nach dem Bodenkontakt bleibt der Ball über die Wand spielbar.

Tennis: Der Lob ist ein Notbehelf

Im Padel ist er ein Hauptwerkzeug. Er verdrängt die Gegner vom Netz — und die Netzposition entscheidet die meisten Punkte.

Tennis: Kraft gewinnt Punkte

Im Padel kommt der harte Ball oft von der Wand zurück. Platzierung und Geduld schlagen Tempo.

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Die Begriffe, die auf dem Platz fallen, stehen im Lexikon.